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Boykott der Nachbarkommune

12.10.2017

Aus für Realschulplanung verkündet

Im Dezember letzten Jahres fiel der Startschuss für eine privaten Realschule - Jetzt wurden die Planungen eingestellt (Bürgermeister Hans Jürgen Wessels, Julia Knese-Paschert und Ulrich Woischner vom Kolping-Schulwerk sowie der damalige Schulamtsleiter Manuel Tegethoff (v. l.)
Im Dezember letzten Jahres fiel der Startschuss für eine privaten Realschule - Jetzt wurden die Planungen eingestellt (Bürgermeister Hans Jürgen Wessels, Julia Knese-Paschert und Ulrich Woischner vom Kolping-Schulwerk sowie der damalige Schulamtsleiter Manuel Tegethoff (v. l.)

Gemeinsam mit dem Kolping-Schulwerk hatte die Gemeinde Altenbeken vor, zum Schuljahr 2018/19 eine private Realschule mit mehreren Jahrgängen zu gründen.

Die bereits sehr weit fortgeschrittenen Planungen sind jetzt überraschend eingestellt worden, nachdem der Bürgermeister der Stadt Bad Driburg gegenüber Kolping erklärte, er sehe die Existenz der eigenen Gesamtschule gefährdet, sollte in Altenbeken eine Realschule entstehen. Kolping selbst, in verschiedenen Geschäftsfeldern in den Kreisen Höxter und Paderborn aktiv, will nicht zwischen die Fronten geraten und nicht verantwortlich sein, sollte die Gesamtschule schließen müssen und hat daher beschlossen, das Projekt Altenbeken nicht weiter zu verfolgen. Für Eltern, Politik und Verwaltung der Gemeinde Altenbeken ein nicht nachvollziehbarer Schritt.

Zur Erinnerung:
Mit 165 Schülern und zwei Teilstandorten ging die Gesamtschule Bad Driburg-Altenbeken 2013 an den Start. Erst durch eine Schulgesetzänderung wurde es seinerzeit möglich, die geforderte Sechszügigkeit für eine Gesamtschule auch mit zwei Teilstandorten zu erreichen, eine Entwicklung, die nicht unerheblich auf das Engagement der Gemeinde Altenbeken zurückzuführen war. Leider stand die Kooperation zwischen Altenbeken und Bad Driburg von Anfang an unter keinem guten Stern. Schon im Frühjahr 2015 drohte die Schließung des Teilstandortes Altenbeken, eine Ankündigung, die massiven Protest auslöste. 2016 dann verkündete die Stadt Bad Driburg das Aus für den Standort Altenbeken. Sie folgte damit einer Empfehlung der Bezirksregierung Detmold. Dass Bad Driburg alleiniger Schulstandort werde, sei »unter schulfachlichen Gesichtspunkten sehr zu begrüßen«, hieß es da.

Und jetzt, nur ein Jahr später sieht der Bürgermeister der Stadt Bad Driburg seine Gesamtschule gefährdet, weil in Altenbeken eine Realschule gegründet werden soll und torpediert die hiesigen Entwicklungen?

Ist es nicht eher so, dass Eltern schier verzweifeln an der Schulleitung? Warum sonst organisieren sie Demonstrationen, rufen selbst den Petitionsausschuss des Landes NRW an und bitten um Vermittlung? Warum entscheiden sich nicht einmal Bad Driburger Eltern für die örtliche Gesamtschule und schicken ihre Kinder in Nachbarkommunen, allein 39 zur Realschule nach Nieheim? Warum sonst hofften selbst Bad Driburger Eltern auf die Schulgründung in Altenbeken?

Bad Driburg hat neben zwei konfessionellen Gymnasien nur noch die Gesamtschule und dafür die Hauptschule, die Realschule und das städtische Gymnasium auslaufen lassen. Bad Driburg sollte unter diesen Bedingungen problemlos in der Lage sein, die notwendige Schülerzahl für die eigene Gesamtschule zu gewinnen. Wenn das nicht gelingt, dürften die Ursachen nicht in einer Altenbekener Realschule sondern in der Gesamtschule selbst zu finden sein!

Eine Realschule in Altenbeken aus Sorge um die Gesamtschule zu verhindern, heißt doch, Altenbekener Kinder an eine Driburger Schule zu drängen, die von Driburger Kindern bewusst gemieden wird. Dieser Plan wird nicht aufgehen! Die Gesamtschule Bad Driburg sollte sich selbstkritisch hinterfragen und gemeinsam mit den Elternvertretern zeitgemäße Antworten finden. Das bringt die Schule nach vorne und treibt die Anmeldezahlen hoch. Der Versuch, Konkurrenz auszuschalten, um die Schullandschaft für das eigene Einzugsgebiet alternativlos zu gestalten, ist jedenfalls ein kinderfeindlicher Irrweg.

Bürgermeister Hans Jürgen Wessels zeigt eine erste Perspektive auf:
Wir haben sehr engagierte Eltern, die über diverse Kanäle gut vernetzt sind. Ich hoffe, dass wir mit diesen zusammen und weiteren Bürgerinnen und Bürgern sowie gemeinsam mit einem geschlossen handelnden Rat eine adäquate Antwort finden werden.

Bereits in der kommenden Woche möchte ich im Rat der Gemeinde Altenbeken ein allerdings nicht öffentliches Strategiegespräch führen. Möglichst bald (vermutlich für November) möchte ich auch zu einer Bürgerversammlung einladen, um mich mit Eltern und weiteren interessierten Menschen unserer Gemeinde abzusprechen.

Aufgrund der aktuellen Ereignisse ist der Schulstart in 2018 ausgeschlossen. Hoffnung auf ein »danach« gibt es nur, wenn wir sagen „Jetzt erst recht“ und dabei zusammenhalten.

Gemeinde Altenbeken
Bahnhofstraße 5a
33184 Altenbeken

Telefon 05255 1200-0
Telefax 05255 1200-33
E-Mail nfltnbknd