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Aufgeben will hier niemand

10.11.2017

Nach dem Rückzug von Kolping wollen Eltern jetzt die Schulgründung selbst in die Hand nehmen.

Rund 200 Eltern, Lehrer und interessierte Bürger kamen, gut die Hälfte erklärte sich noch am Abend zur Unterstützung bereit
Rund 200 Eltern, Lehrer und interessierte Bürger kamen, gut die Hälfte erklärte sich noch am Abend zur Unterstützung bereit

Eine Schule in freier Trägerschaft - eine Privatschule in eigener Verantwortung, zum Beispiel über einen privaten Schulträgerverein - darin sehen Altenbekener Eltern, Lehrer und Privatpersonen die einzige Chance, eine Schule ab Klasse 5 am Standort Altenbeken zu verwirklichen. Das ist das Ergebnis einer Bürgerveranstaltung mit gut 200 Interessierten. "Mit einer derart positiven Resonanz habe ich nicht gerechnet", so Bürgermeister Hans Jürgen Wessels noch am Abend nach dem Bürgertreffen. "Gerade nach dem überraschenden Aus der jüngsten Realschulplanungen war die Enttäuschung bei allen Beteiligten doch groß". Umso mehr freue er sich über das positive Signal der Eltern.

Um mit Eltern darüber zu reden, ob und wie auch nach all den enttäuschenden Erfahrungen der letzten zehn Jahre eine weiterführende Schule in Altenbeken errichtet werden kann, hatte der Altenbekener Rathauschef in die Aula des Schulzentrum geladen. Gekommen waren Eltern von Kindern im Kindergarten-, Grundschul- und Sekundarschulalter, Großeltern, aktive und pensionierte Lehrer und Schulleiter sowie Vertreter aus Politik und heimischer Wirtschaft. Die meisten von ihnen glauben nach wie vor an das Potenzial Altenbekens.

Nachdem der Bürgermeister noch einmal die inzwischen 10-jährige Historie der Schulentwicklungsplanungen der Gemeinde skizzierte, informierte Marion Wessels über die Möglichkeiten einer Privatschulgründung in eigener Verantwortung. Diesen Weg seien schon viele gegangen, auch um nicht von den vom Land vorgeschriebenen Schülerzahlen abhängig zu sein. Für Privatschulen gelten nämlich keine Mindestschülerzahlen. Das Grundgesetz erlaube nicht nur Privatschulen, sie seien vom Staat sogar zu gewährleisten, stimmte die Leiterin des Fachbereichs Bürgerservice die Anwesenden zu Beginn optimistisch. Und Nordrhein-Westfalens Verfassung stelle Privatschulen in allen Belangen den öffentlichen Schulen gleich und garantiere ihnen die öffentlichen Zuschüsse, die zur Erfüllung ihrer Aufgaben notwendig sind. In NRW erhalten Privatschulen regelmäßig einen Landeszuschuss von 85 Prozent der Kosten einer vergleichbaren öffentlichen Schule. Würden wie im Fall Altenbeken Schulgebäude und -ausstattung gestellt, erhöhe sich der Zuschuss auf 94 Prozent. Die restlichen 6 Prozent müssten aus Eigenmitteln aufgebracht werden. Hier könne ein Förderverein beispielsweise Spenden einwerben.

Die Lösung für Altenbeken könne in der Gründung eines eingetragenen Vereins liegen, der die Schulträgerschaft übernehme, so Marion Wessels. Unterstützung in diesem Prozess bekäme eine Gründungsinitiative im rechtlich erlaubten Rahmen von der Gemeinde. Allerdings sei eine Beteiligung an der Schulträgerschaft und/oder einer Geschäftsführung ausgeschlossen. Es komme jetzt darauf an, dass sich die Eltern aktiv einbringen. "Wenn wir diese Schule wollen, dann müssen wir die Sache jetzt selbst in die Hand nehmen. Wir haben schon zu lange auf Andere vertraut", appellierte  Marion Wessels an die Anwesenden.

Am Ende zählte Bürgermeister Hans Jürgen Wessels eine ganze Reihe postiver Rückmeldungen. Mehr als 90 der zuvor ausgelegten Interessensbekundungen wurden abgegeben. Darin erklärten sich 35 Eltern sofort zu einer aktiven Mitarbeit bei der Realisierung einer Privatschule in Altenbeken bereit. Mehr als 30 wollen als Fördermitglied diese Schule unterstützen und 41 wollen sich zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. "Ich bin total begeistert. Mit dieser Aufbruchstimmung senden wir ein starkes Signal", zeigte sich der Bürgermeister am Ende mehr als zufrieden.
Aufgeben sieht anders aus!

Die Verwaltung wird die Rückmeldungen weiter auswerten, Rückschlüsse ziehen und sich noch vor Jahresende an die Interessierten wenden. Zu einem nächsten Treffen soll dann ein "Praktiker" eingeladen werden, jemand, der erfolgreich an einer Privatschulgründung mitgearbeitet hat und auch ein Treffen mit einem Fachjuristen schlug der Verwaltungschef vor.

Wenn auch Sie daran mitwirken wollen, dass unsere Kinder künftig wieder eine Schule vor Ort besuchen können, melden Sie uns Ihr Interesse. Bitte nutzen Sie dazu unser Unterstützungsformular, dass Sie im Briefkasten des Rathauses einwerfen oder auch persönlich im Bürgerbüro oder Schulamt der Gemeinde abgeben können.

Gemeinde Altenbeken
Bahnhofstraße 5a
33184 Altenbeken

Telefon 05255 1200-0
Telefax 05255 1200-33
E-Mail nfltnbknd