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Gemeinde-News
im »Egge-Rundblick«, 17. Februar 2010:
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"Gemeinde News", 17.02.2010 (455 Kb)

Kälte, Glätte, Schnee - Wie viel
Winter geht noch?
„Wir
sind seit Wochen mit Mann und Maus bei zum Teil Dauerschneefall
im Einsatz, mehr geht nicht“, erklärt Marius Armstrong,
Leiter des Altenbekener Bauhofes. Natürlich konzentriere
sich der Räum- und Streudienst zunächst auf die
Hauptverkehrsstraßen, Nebenstraßen könnten
erst nachrangig berücksichtigt werden, der Verkehr müsse
ja schließlich rollen. Etwa 150 Kilometer Straßenflächen
und 45 Kilometer Gehwege werden im Bedarfsfall jeden Tag geräumt,
oftmals sogar zweimal. Angesichts der anhaltenden Schneefälle
lobt Bürgermeister Hans Jürgen Wessels besonders
die Einsatzbereitschaft der Bauhofmitarbeiter. „Die
Männer gehen bis an die Grenzen, deutlich über das
Maß dessen hinaus, was man erwarten kann“. Allein
seit Winterbeginn habe die nur 11 Mann starke Truppe etwa
1.100 Stunden zusätzlich zu ihrer normalen Dienstzeit
geleistet. Dennoch nehme man Kritik ernst, bitte aber ausdrücklich
auch um Verständnis. „Wir tun wirklich alles, können
aber trotzdem nicht überall gleichzeitig sein“.
Schneeberge, angehäuft von Räumfahrzeugen und fleißigen
Bürgern mit ihren Schneeschippen, türmen sich überall
in der Gemeinde. Autofahrer finden kaum noch Platz zum Parken,
der Einstieg an Bushaltestellen ist erschwert. Ohnehin schon
schmale Straßen sind durch Schnee und daneben abgestellte
Fahrzeuge noch enger, Begegnungsverkehr ist dort kaum möglich.
Die Schneemassen der vergangenen Wochen sind für alle
eine große Herausforderung. Verständnis ist zum
Beispiel dafür gefragt, dass von Hausbesitzern geräumte
Einfahrten von Räumfahrzeugen wieder zugeschoben werden.
Das lässt sich nicht vermeiden.
Wegen der Schneemassen mussten bereits in einigen Straßen
gezielt auf einer Seite Gehwege zugeschoben werden. In diesen
Bereichen sei die Räumpflicht der Anwohner naturgemäß
eingeschränkt, betont Ordnungsamtsleiter Theo Grebe.
Sobald es möglich sei, werde der Bauhof die betreffenden
Gehwege räumen. Solange sei dort auch erhöhte Aufmerksamkeit
von Autofahrern gefordert, da mit Fußgängern auf
den Fahrbahnen zu rechnen sei. Lob gab’s auch vom Bau-
und Verkehrsausschuss der Gemeinde, der in seiner jüngsten
Sitzung dem Bauhof-Team ausdrücklich für den beispielhaften
Einsatz dankte.
Die lange und intensive Frostperiode macht den Winterdiensten
weiter zu schaffen. Streusalz ist offenbar das Gold dieses
Winters. Die Streusalz-Nachfrage kann national und auch auf
internationaler Ebene kaum gedeckt werden. Vorrangig Autobahn-
und Straßenmeistereien erhalten aufgrund bestehender
Verträge die kostbaren Lieferungen aus Rumänien,
Dubai oder Nordafrika. Und selbst wer bereit ist, die horrenden
Salzpreise (bis zu 300 Euro je Tonne gegenüber 80 Euro
je Tonne im vergangenen Winter) zu bezahlen, muss damit rechnen,
trotz fester Zusagen dennoch leer auszugehen. Vermutlich dann,
wenn vor Ort jemand noch mehr bietet.
Unterdessen kann in der Gemeinde Altenbeken der Winterdienst
nur noch eingeschränkt durchgeführt werden. Vordringlich
werden Hauptverkehrsstraßen, Buslinien und besonders
starke Gefällestraßen alternativ mit einer Salz-Splitt-Lösung
oder Magnesia-Kainit gestreut, so Marius Armstrong. Hierbei
handelt es sich um ein bergmännisch abgebautes Kali-Rohsalz,
welches im ökologischen Landbau genutzt wird. Dieses
mineralische Düngemittel hat eine ähnlich auftauende
Wirkung wie Streusalz. Glaubt man den Meteorologen bleiben
die Aussichten frostig.

Das bisschen Haushalt...
Etatberatung im Altenbekener Gemeinderat
Wir
hören es aller Orten: Den Gemeinden in Deutschland geht
es so schlecht, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Diese Entwicklung
macht auch vor dem Hochstift nicht Halt und betrifft auch
unsere Gemeinde. 1,3 Millionen Euro fehlen uns zu einem ausgeglichenen
Haushalt und wenn wir nicht gegensteuern, werden wir in diesem
Jahr erstmalig große Kassenkredite (˜ Dispositionskredite)
in einer Größenordnung von ca. 950.000 Euro aufnehmen
müssen. Deshalb sollte gehandelt werden!
Doch wo liegen die Ursachen für diese Entwicklung? Da
ist zum einen die Wirtschafts- und Finanzkrise. In ihrer Folge
haben sich unsere Einnahmen im Vergleich zu 2008 um 900.000
€ verringert, obgleich die Einnahmen im Vergleich zu
2002 insgesamt um 700.000 € gestiegen sind. So könnte
man annehmen, dass trotz derzeitiger Krisensituation keine
Probleme auftreten dürften. Doch weit gefehlt: Wie die
Grafik zeigt liegt das größere Dilemma in der Ausgabenstruktur
und zwar insbesondere in den Abgaben, die an den Kreis Paderborn
gezahlt werden müssen. Der Kreis bedient sich aus den
kommunalen Kassen und das wird von Jahr zu Jahr immer teurer
(in erster Linie wegen gestiegener Sozialabgaben). Beinahe
unbeachtet bleibt dabei, wie es den Kommunen dabei ergeht.
Die Kreisumlage ist in nur 8 Jahren um 62,6 Prozent von 3,2
Millionen auf 5,2 Millionen Euro gestiegen. Dadurch ist der
verbleibende Gemeindeanteil an den wichtigsten Einnahmen im
gleichen Zeitraum um 32 % von 4,14 Mio. Euro auf 2,82 Mio.
Euro gesunken! Und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen.
Eine Sorge, die alle politisch Verantwortlichen derzeit umtreibt.
Gewiss sind wir von einer Pleite noch Jahrzehnte entfernt
(der Wert der Gemeinde beträgt nach Abzug aller Schulden
und Verbindlichkeiten rund 55 Millionen Euro), doch wenn der
Grundsatz gelten soll: »Was wir von unseren Eltern ererbt
haben, das wollen wir auch den Kindern erhalten!«, dann
muss gehandelt werden. Erste Überlegungen und Vorschläge
hierzu wurden bereits gemacht, die Haushaltsberatungen laufen
und in der kommenden Ratssitzung am 25. Februar soll der Haushalt
2010 verabschiedet werden. Interessierte sind herzlich eingeladen,
ab 18 Uhr die öffentliche Sitzung im Rathaus zu verfolgen.

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