11. Juni 2026
Gemeinde kündigt Asylunterkunft im Schützenweg

Die Gemeinde Altenbeken reagiert auf zurückgehende Zahlen von Asylbewerbern und konzentriert ihre Unterbringungen zukünftig auf zwei Unterkünfte in Buke und Schwaney.
Nachdem bereits die Unterkünfte in der Adenauerstraße sowie in der ehemaligen Nähfabrik am Ossensteg aufgrund von erheblichen Schäden an den Gebäuden außer Betrieb genommen wurden, soll nun auch die Unterkunft am Schützenweg am Seniorenheim in Altenbeken aufgegeben werden. Diese hatte die Gemeinde im Jahr 2023 als Reaktion auf den zunehmenden Zuzug insbesondere von Menschen aus der Ukraine für drei Jahre angemietet. Der Mietzeitraum endet nun.
Die Gemeinde gibt an, die Zuweisungen von Geflüchteten durch das Land NRW seien nunmehr seit einem Jahr deutlich zurückgegangen. Zudem habe man durch die intensive Integrationsarbeit der Gemeinde eine Vielzahl von anerkannten Geflüchteten in selbständige Mietverhältnisse vermittelt, so dass eine Unterbringung in einer Unterkunft der Gemeinde nicht mehr erforderlich war. Dies führe dazu, dass nun Kapazitäten abgebaut werden können. Die Verwaltung begründet den Abbau auch mit finanziellen Zwängen, da die Vorhaltung von ungenutzten Unterkunftsplätzen nicht vom Land oder Bund finanziert werden. Die Finanzierung der Plätze erfolgt – wenn überhaupt – nach tatsächlich vorhandenen Personen und hänge zudem vom jeweiligen Schutzstatus der betreffenden Personen ab. „Eine Vorhaltung von Überkapazitäten können wir uns nicht leisten, daher haben wir uns entschieden, diese nun schrittweise abzubauen“, so Bürgermeister Möllers.
Bei der Entscheidung, welche Unterkünfte aufgegeben werden, habe man insbesondere den baulichen Zustand und die laufenden Kosten betrachtet.
Während zu Höchstzeiten der Flüchtlingswelle bis zu 220 Personen in den Unterkünften der Gemeinde untergebracht waren, ist die Zahl nun auf 48 gesunken. Bei einer nun erreichten Kapazität von 85 Plätzen bedeutet dies eine Auslastung von 56%. Damit seien aus heutiger Sicht ausreichend Reserven vorhanden, so Möllers. „Natürlich wissen auch wir nicht, ob in den nächsten Jahren wieder durch Kriege oder Katastrophen neue Flüchtlingswellen entstehen, aber wir gehen davon aus, dass wir im Moment mit den vorhandenen Kapazitäten auskommen.“ Zudem, so ergänzt er, werde man weiter daran arbeiten, den aktuell untergebrachten Personen regulären Wohnraum zu vermitteln. Ziel müsse sein, auch die in Modulbauweise errichtete Unterkunft in Buke mittelfristig wieder außer Betrieb zu nehmen. Dies gäben die Zahlen aktuell aber noch nicht her.
