09. Juni 2026
Wenn der Waschbär zu Besuch kommt

Waschbärbeauftragter unterstützt Bürger bei Problemen rund um den cleveren Kleinbären
Sie tragen eine schwarze Gesichtsmaske, klettern geschickt über Dächer und Zäune und sind Meister darin, Mülltonnen zu öffnen: Waschbären gehören längst nicht mehr nur zu den Wäldern Nordamerikas. Auch in Deutschland haben sich die anpassungsfähigen Kleinbären fest etabliert – und machen zunehmend in Städten und Gemeinden auf sich aufmerksam.
Mit ihrer markanten Gesichtsmaske, dem buschigen Ringelschwanz und ihrem grauschwarzen Fell sind Waschbären leicht zu erkennen. Ausgewachsene Tiere können bis zu 85 Zentimeter lang und über zehn Kilogramm schwer werden.
Besonders erfolgreich sind Waschbären, weil sie echte Überlebenskünstler sind. Sie besiedeln Wälder ebenso wie offene Landschaften und fühlen sich zunehmend auch in Wohngebieten wohl. Als Allesfresser steht bei ihnen nahezu alles auf dem Speiseplan: Mäuse, Vögel, Fische, Obst, aber auch achtlos entsorgte Essensreste. In Siedlungen profitieren die Tiere von zahlreichen Futterquellen – etwa Obstbäumen, Komposthaufen, öffentlichen Papierkörben oder Abfällen rund um Imbissbetriebe.
Tagsüber ziehen sich die überwiegend nachtaktiven Tiere in Baumhöhlen, auf Dachböden oder in andere geschützte Verstecke zurück. Nachts gehen sie dann auf Nahrungssuche. Dabei legen Stadt-Waschbären meist nur kurze Wege zurück und bleiben ihrem Revier über Jahre treu.
Für Hauseigentümer und Gartenbesitzer kann das mitunter zu Problemen führen. Geplünderte Mülltonnen, abgeerntete Obstbäume oder ungebetene Besuche auf Dachböden gehören zu den häufigsten Beschwerden.
Einfach vertreiben lassen sich die intelligenten Tiere allerdings nicht. Gerüche, Lärm oder Bewegungsmelder zeigen oft nur kurzfristig Wirkung. Wesentlich erfolgreicher ist es, mögliche Nahrungsquellen konsequent zu beseitigen. Haustierfutter sollte über Nacht nicht im Freien stehen, Fallobst regelmäßig aufgesammelt und tierische Küchenabfälle nicht offen auf dem Kompost entsorgt werden.
Auch beim Thema Müll ist Vorsicht geboten. Waschbären öffnen Plastiksäcke mühelos und verteilen deren Inhalt oft großflächig. Mülltonnen sollten daher stets geschlossen und möglichst zusätzlich gesichert werden. Offene Türen, Kellerzugänge oder Katzenklappen können ebenfalls eine Einladung für die geschickten Kletterer darstellen.
Neben möglichen Sachschäden können Waschbären auch Krankheiten wie Staupe oder Räude übertragen, die für Hunde und Katzen problematisch werden können. Umso wichtiger ist ein verantwortungsvoller Umgang mit den Wildtieren.
Für die Gemeinde Altenbeken gibt es einen direkten ehrenamtlichen Ansprechpartner: Herr Losemann, Beauftragter des Hegerings Altenbeken innerhalb der Kreisjägerschaft Paderborn. Bürgerinnen und Bürger können sich bei Fragen, Beobachtungen oder Problemen rund um den Waschbären an ihn wenden. Er ist unter der Telefonnummer 0176/32214682 erreichbar.
